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EPA Statistik
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Patentrecht 22. März 2021 · Lesezeit 4 Minuten

EPA Statistik Patent Index 2020: westliche Welt weniger innovativ

Die Statistik aus dem EPA-Jahresbericht Patent Index 2020 zeigt insgesamt einen leichten Rückgang von Europäischen Patentanmeldungen. Umso deutlicher zeigt sich aber: China und Südkorea steigerten sich top – und EU und USA machten deutlich weniger Erfindungen.

EPA StatistikBild mit KI erstelltEPA Statistik zum Corona-Jahr 2020

Das Europäische Patentamt (EPA) hat seinen Jahresbericht über Europäische Patentanmeldungen in 2020 veröffentlicht, den Patent Index 2020. Das Corona Jahr 2020 hat Spuren hinterlassen. Es wird offensichtlich, dass die besondere Corona-Situation zu weniger Erfindungen führte. Dies gilt grundsätzlich für die gesamte Anzahl an Europäischen Patentanmeldungen. Zum Vergleich: 2019 waren die Patentanmeldungen beim EPA noch um 4 % gestiegen, 2020 dagegen kam es zu einem Rückgang um -0,7 %.

Die beiden stärksten Bereiche waren laut EPA-Statistik Medizin, Technologie und Digitale Kommunikation – wir berichteten darüber bereits Anfang Januar 2021.

Man ist fast geneigt zu denken: „Das ist glimpflich verlaufen“, wenn man bedenkt, dass viele Staaten mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft für 2020 durch Corona in Größenordnung von 5 bis 7 Prozent zu kämpfen haben (in Deutschland schrumpfte die Wirtschaft im Jahr 2020 in der Corona-Krise um ca. fünf Prozent).

Schaut man sich die EPA-Statistik aber genauer an, findet man ein Abbild der geschrumpften Wirtschaft in den Zahlen der Europäischen Patentanmeldungen. Das Corona-Jahr 2020 brachte China und Südkorea deutlich nach vorne – aber EU und USA machten deutlich weniger Erfindungen. Kurz gesagt: Die westliche Welt war 2020 deutlich weniger innovativ .

In absoluten Zahlen: Platz 1 USA, Platz 2 Deutschland

Zwar liegen in absoluten Zahlen auch 2020 die USA mit 44 293 1 der Europäischen Patentanmeldungen auf Platz 1, dies aber sind 4 % weniger als noch 2019. Platz 2 belegt Deutschland mit 25 954, dicht gefolgt von Japan auf Platz 3 (21 841 EPA-Patentanmeldungen).

China findet sich auf Platz 4 (13 432 EPA-Patentanmeldungen), Südkorea auf Platz 6 (9 106 EPA-Patentanmeldungen). Den Platz 5 zwischen diesen beiden belegt nach EPA-Statistik übrigens Frankreich.

In %: USA und DE schrumpfen, China und Südkorea deutliche Steigerung

Schaut man sich die EPA-Statistik zu den Patentanmeldungen aber im prozentualen Vergleich zwischen 2019 und 2020 an, wird deutlich: China und Südkorea steigerten sich top – und EU und USA machten deutlich weniger Erfindungen. Die USA machten 2020 4 % weniger Patentanmeldungen als 2019, Deutschland 3 % weniger und die Niederlande sogar 9 % weniger.

Aus China dagegen kam 2020 ein Zuwachs um 9,9 %, und aus Südkorea 9,2 %. Zwar gibt es sogar noch wesentlich höheren prozentualen Zuwachs z. B. aus der Türkei (ein Plus von 26 %) und Saudi-Arabien (Plus 34 %) und Quatar (+133 %), diese allerdings mit sehr kleinen absoluten Zahlen. China dagegen befindet sich auch mit den absoluten Anmeldezahlen auf Platz 4 des Patent Index 2020.

Es gibt auch positive Meldungen der westlichen Welt in 2020 für Innovationsfreude aus der EPA-Statistik: Aus Finnland kam ein Zuwachs von 11 %, aus Irland Plus 10 %, und aus Frankreich immerhin ein Zuwachs um 3 %. Auch Polen (+ 4 %), Slowenien (+ 35 %) und Estland (+ 18 %) machen mit Steigerungen der EPA-Patentanmeldungen aufmerksam, wenn auch mit kleinen absoluten Anmeldezahlen. Vor allem in Bezug auf Polen und auf Estland ist das durchaus plausibel, denn Polen ist besonders stark in der Gaming-Produktion, mit großen Namen in der Spieleindustrie. Und Estland ist ohnehin bekannt als der digitale Vorreiter von Europa, ebenso auch Schweden.

Nationale Patentanmeldungen 2020: noch trüber

Schaut man noch dazu auf die Patentanmeldungszahlen von 2020 in Deutschland, wird das Bild noch trüber: Beim Deutschen Patentamt (DPMA) ging die Zahl der Patentanmeldungen 2020 um 8 % gegenüber dem Vorjahr zurück; auch andere nationale Patentämter der EU hatten Rückgänge im Jahr 2020 zu verzeichnen.

Aussicht auf mehr Innovationen in und aus der EU?

Vor allem die angestrebte Etablierung des 5‑G-Standards dürfte zu weiteren Patentanmeldungen führen, auch die fortschreitende Automation der Unternehmen vermutlich aber auch deutlich aus China, das für zwei Jahre eine Kooperation mit dem EPA geschlossen hat für erleichterte EPA-Patentanmeldungen.

EFI über Innovation 2021 in Deutschland

Dafür spricht auch die Tatsache, dass immerhin 18 Prozent der Unternehmen in Deutschland in der Informationswirtschaft sogar von einer Beschleunigung ihrer Innovationsprojekte durch das Coronajahr 2020 sprechen, laut gerade erschienenem EFI Gutachten. EFI ist die Kurzform für Expertenkommission Forschung und Innovation, die alljährlich in Bezug auf Innovation Empfehlungen an die Bundesregierung abgibt.

Die EFI Statistik benennt insbesondere für Deutschland die Bereiche Wasserstofftechnologie und Quantentechnologie, die 2021 besonders gefördert werden. Bis 2022 werden insgesamt 650 Millionen Euro für FuE im Bereich der Quantentechnologien bereitgestellt, wie die Bundesregierung gerade bekannt gemacht hat.

Auch aus der Pharmabranche erhofft man sich in Deutschland eine gesteigerte Innovationsbereitschaft, vor allem im Bereich der Gen Therapie / CRISPR.

Quellen: 

EPA Patent Index 2020

EFI Gutachten 2021 [PDF]

Bild:

Mediamodifier | pixabay | CCO License

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